Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung

(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Durch Musik heilen - durch Forschung verstehen - eine gesunde Verbindung

Die Wirksamkeit von musikalischer Stimulation bei Herzkatheteruntersuchungen

Die Wirksamkeit von musikalischer Stimulation bei Herzkatheteruntersuchungen am DZM

Ausgangssituation

Eine Herzkatheteruntersuchung ist ein häufig eingesetztes, invasives Verfahren, mit dem (krankhafte) Veränderungen der Herzkranzgefäße, Herzklappen, Herzhöhlen und herznahen Gefäße dargestellt werden können. Bei dieser Untersuchung wird ein Katheter entweder in Arm oder Leiste eingeführt. Durch anschließende Injektion von Kontrastmittel können die Gefäßstrukturen auf dem Monitor sichtbar gemacht werden. Die Patienten werden lokal anästhesiert, und sind somit während der gesamten Untersuchung bei vollem Bewusstsein. Diese Untersuchungssituation wird als sehr belastend erlebt und geht mit hoher subjektiver Angst einher, obwohl mögliche Herzkomplikationen sehr selten auftreten. Um diese psychologischen Faktoren positiv zu beeinflussen, existiert eine Vielzahl psychologischer und psychotherapeutischer Interventionen. Bezüglich der Wirksamkeit musiktherapeutischer Interventionen liegen wenige und methodisch unzureichende Studien vor.

Ziel des Projekts

Die durchgeführte Studie befasste sich mit der Wirksamkeit von Musiktherapie bei Herzkatheteruntersuchungen. Dabei wurde Musiktherapie eingesetzt, um Angst und Stresserleben bei den Patienten zu mindern.

Kooperierende Institutionen

Methodik

Die Wirksamkeit wurde überprüft, indem eine dreiarmige Effektivitätsstudie durchgeführt wurde. Eingesetzt wurden je nach Gruppe Musikexposition (standardisierte musikalische Entspannungsreize; Versuchsgruppe 1), Coaching, Musikexposition und Entspannung (Versuchsgruppe 2), Routineversorgung (Kontrollgruppe). Allgemein war die Patientengruppe gekennzeichnet durch signifikant höhere Angstwerte verglichen mit der Normpopulation. Zusätzlich zeigten sich erhöhte Werte in den Skalen Somatisierung, Zwanghaftigkeit und Ängstlichkeit. Bei der Analyse der eingesetzten Verfahren konnten weiterhin zwei unterschiedlich belastete Patientengruppen identifiziert werden: hoch und niedrig Belastete.

Ergebnisse

Die hoch belasteten Patienten profitierten dabei stärker von der Musikintervention, was sich in einer reduzierten Zustandsangst zeigte. Insgesamt konnte die Wirksamkeit der Musikexposition und des Coachings nachgewiesen werden, wobei die Unterschiede zwischen den beiden Interventionskonzepten relativ gering waren.

Aufbauend auf die Befunde dieser Studie erfolgt eine praktische Implementierung der musiktherapeutischen Intervention bei Patienten einer Herzkatheteruntersuchung im Klinikum Suhl, um die angstmildernden Effekte der Musik zu nutzen, damit die Patienten die Situation als weniger belastend erleben.

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