Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung

(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Durch Musik heilen - durch Forschung verstehen - eine gesunde Verbindung

Entwicklung und wissenschaftliche Überprüfung eines nichtmedikamentösen
Behandlungskonzepts für Jugendliche (12-17 Jahre) mit primären Kopfschmerzerkrankungen

Entwicklung und wissenschaftliche Überprüfung eines nichtmedikamentösen Behandlungskonzepts für Jugendliche mit primären Kopfschmerzerkrankungen am DZM

Ausgangssituation

Kopfschmerzen und Migräne gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Schulalter. Bis zu 90 Prozent aller Kinder kennen das Phänomen Kopfschmerz aus eigener Erfahrung. Wissenschaftlichen Studien zufolge treten bei bis zu 40 Prozent der Kinder und Jugendlichen regelmäßig behandlungsbedürftige Kopfschmerzen auf. Kopfschmerzen, die im Kindes- und Jugendalter beginnen, neigen außerdem dazu, bis ins Erwachsenenalter hinein anzuhalten, also zu chronifizieren. Leistungseinbrüche in der Schule, familiäre Belastungen sowie die Erhöhung der Schwierigkeit die pubertäre und postpubertäre Entwicklungsstufe angemessen zu bewältigen sind häufige Begleiterscheinungen, die besonders im Jugendalter zu Benachteiligungen führen können und sich nicht selten bis weit ins Erwachsenenalter hinein auswirken. Auch entwickeln sich aus Kopfschmerzen heraus während der Pubertät häufig weitere Schmerzerkrankungen.

Das Problem wird dadurch verstärkt, dass derzeit weder für Kinder noch speziell für Jugendliche hinreichende medikamentöse oder nicht-medikamentöse Therapiemaßnahmen existieren.

Projektziele

» Reduktion der durchschnittlichen Kopfschmerztage (Dauer) und Reduktion der Schmerzintensität (Stärke).

» Verringerung der sensorischen und affektiven Schmerzkomponenten

» Verbesserung von emotionsregulativen Strategien (maladaptive vs. adaptive und sonstige Bewältigungsstrategien)

» Überprüfung des Zusammenhangs von emotionsregulativen Strategien mit dem Hauptzielkriterium

Kooperierende Institutionen

Aktueller Stand 

Musiktherapie als spezifisches Behandlungsverfahren erscheint vor allem dadurch sinnvoll, da bei chronischen Schmerzpatienten von einer sogenannten emotionalen Erstarrung und Unflexibilität ausgegangen werden muss, die sich auch im musikalischen Ausdruck widerspiegelt. Musiktherapie eignet sich nachweislich bedeutsam bei der Auflösung dieser emotionalen Unflexibilität und ermöglicht den Patienten einen adäquaten Umgang und Ausdruck mit den sogenannten Basisemotionen und fördert somit auch das Körperempfinden und das Körperbewusstein.

Hierbei werden zwei Behandlungsvarianten eingesetzt:

 

» 12 Behandlungseinheiten über einen Gesamtzeitraum von drei Monaten (Standardmodell) + drei Familienberatungen

» 12 Behandlungseinheiten innerhalb einer Woche (Kompaktmodell) zur Überprüfung der Durchführbarkeit während der Schulferien + drei Familienberatungen

Therapiemöglichkeiten

Im Juni 2009 konnte die Vorstudie erfolgreich abgeschlossen werden. Ab sofort steht das Behandlungsangebot in der Musiktherapeutischen Ambulanz zur Verfügung. 

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