Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung

(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Durch Musik heilen - durch Forschung verstehen - eine gesunde Verbindung

Standardisiertes Coaching für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen und für Teamangehörige in ambulanten Nierenzentren zur Optimierung der Versorgungsabläufe

Standardisiertes Coaching für Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen und für Teamangehörige in ambulanten Nierenzentren zur Optimierung der Versorgungsabläufe DZM

Ausgangssituation

In Deutschland sind mit steigender Tendenz knapp 60.000 Patienten auf eine Dialysebehandlung angewiesen. In den letzen Jahren konnte in empirischen Studien nachgewiesen werden, dass psychosoziale Belastungsfaktoren wie depressive und ängstliche Verarbeitungsmuster die Komplikationsraten erhöhen. Diese Erkenntnisse sprechen für die Notwendigkeit einer psychosozialen Betreuung von Dialysepatienten zur Behandlungsoptimierung. Es erscheint demnach sinnvoll, psychisch auffällige bzw. schlecht motivierte Dialysepatienten durch geschultes Pflegepersonal vor Ort adäquat zu betreuen.

Bedarf an psychosozialen

Das Projekt umfasst zwei Teilprojekte - zum Einen ein musiktherapeutisches Coaching für Dialysepatienten und zum Anderen eine zertifizierte Weiterbildung über "Konfliktmanagement bei schwierigen Dialysepatienten für Dialysefachkräfte".

Ergebnisse

Das erste Teilprojekt ergab, dass Knapp 50 % dieser Dialysepatienten (n = 101) im Vergleich zur Normpopulation höhere psychische Belastungen (vor allem depressive und ängstliche Verarbeitungsmuster) angeben. Im Umgang mit anderen Personen beschreiben sich die Patienten als weniger dominant und empfinden sich als streitsüchtiger und abweisender. Ingesamt 22 Dialysepatienten absolvierten das musiktherapeutische Coaching. Bei zehn Patienten (knapp 50 %) konnte nach Abschluss des musiktherapeutischen Coachings eine zuverlässige Verbesserung der psychischen Belastungen festgestellt werden.

Zwölf weibliche Dialysefachkräfte nahmen am zweiten Teilprojekt teil. Sie schätzen die Bedeutung ihrer Arbeit subjektiv geringer ein und haben wenig beruflichen Ehrgeiz als die deutsche Normstichprobe von Krankenpflegern. Im Umgang mit anderen Personen beschreiben sie sich als fürsorglich und gehen eher zurückhaltend mit anderen Menschen um. Vier Wochen vor der Weiterbildung liegt "schonungsreiches Arbeiten" bei 50 % der Teilnehmerinnen und bei 42 % sogar "resignatives Arbeiten" (Burnout-Syndrom) vor.
Die Datenauswertung zeigt, dass vier Wochen nach Abschluss der Weiterbildung eine signifikante Erhöhung des Erlebens sozialer Unterstützung erreicht werden konnte. Die Befragungen ergeben eine tendenzielle Verbesserung der Lebenszufriedenheit eine Woche vor bzw. vier Wochen nach der Weiterbildung. Nach Abschluss der Weiterbildung geben 70 % der Teilnehmerinnen ein reines bzw. stärker ausgeprägteres schonungsreicheres Arbeiten an. Eine Reduktion des resignativen Arbeitmusters (Burnout) konnte erzielt werden. Die zertifizierte Weiterbildung wird als "sehr gut" eingestuft. Vor allem der Erwerb von neuem Wissen wie der Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen wird als relevantes Ergebnis der Intervention angesehen.

Kooperierende Institutionen

Mehr Informationen/Ergebnisse