Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung

(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Durch Musik heilen - durch Forschung verstehen - eine gesunde Verbindung

Musiktherapie bei chronisch-totalem Tinnitus

Musiktherapie bei chronisch-tonalem Tinnitus

Ausgangssituation

» Tinnitus gehört mit derzeit mehr als einer Million potentiell behandlungsbedürftigen Tinnituspatienten zu den häufigsten Erkrankungen im HNO-Bereich.

» Chronischer Tinnitus kann zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen im Alltag und deutlichen psychologischen Auffälligkeiten (vor allem Schlafstörungen, Aufmerksamkeitsstörungen, Depressionen, Ängstlichkeit) führen.

» Chronischer Tinnitus ist keine Erkrankung des Ohres, sondern tritt aufgrund einer fehlerhaften Informationsverarbeitung im Gehirn auf. Bildgebende Verfahren konnten derartige Veränderungen in Folge eines chronischen Tinnitus nachweisen.

» Insbesondere bei chronischem Tinnitus ist ein multidimensionales, interdisziplinäres Behandlungskonzept notwendig.

Ziel des Projekts

» Entwicklung, Evaluation und Praxisimplementierung eines neuen, multidisziplinären Therapiekonzeptes für Patienten mit chronischem Tinnitus.

» neurowissenschaftliche Nachweise (Cortical Evoked Response Audiometry, CERA; funktionelle Magnetresonanztomographie, fMRT) für die Effektivität der Musiktherapie.

Kooperierende Institutionen

Aktueller Stand

» Entwicklung eines Behandlungsmanuals mit folgender Behandlungsmöglichkeiten:

» Standardtherapie (zehn Wochen Therapie mit jeweils einer Sitzung - wird nicht mehr angeboten)

» Kompakttherapie (eine Woche mit zehn Sitzungen, zwei Sitzungen pro Tag)

» Bisher wurden über 1000 Patienten behandelt.

» beide Therapieformen sind ähnlich gut wirksam; bei rund 80 % der Patienten wird eine zuverlässige Verbesserung bzw. Auflösung des Tinnitus erreicht.

» Die Ergebnisse der EEG-Daten bestätigen die Ergebnisse der psychologischen Fragebögen, wonach die Patienten ihr Gehör nach der Therapie subjektiv besser steuern können und ihren Tinnitus deutlich weniger penetrant wahrnehmen.

» Gehirnaufnahmen mit einem Kernspintomographen liefern Hinweise darauf, dass Tinnitus nicht ausschließlich das Ergebnis einer fehlerhaften Verarbeitung von Geräuschen im Gehirn ist, wie lange Zeit angenommen. Vielmehr zeichnet sich ab, dass auch Gehirnstrukturen, die nicht vorrangig für den Gehörsinn verantwortlich sind sowie aufmerksamkeitsrelevante Areale die Entstehung von Tinnitus mit bedingen.

Therapiemöglichkeit

Es stehen laufend Therapieplätze für die Kompakttherapie zur Verfügung.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die

 

Tinnitusambulanz

 

Maaßstraße 32/1

69123 Heidelberg

Telefon: 0 62 21-79 63 101

Telefax: 0 62 21-73 99 989

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