Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung

(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Durch Musik heilen - durch Forschung verstehen - eine gesunde Verbindung

Musiktherapie bei chronischem, nicht-tonalen Tinnitus

Musiktherapie bei chronischem, nicht-tonalen Tinnitus

Ausgangspunkt des Projekts

» Das Thema „Tinnitus“ ist mit derzeit mehr als einer Million potentiell behandlungsbedürftigen Patienten in Deutschland gesundheitspolitisch und ökonomisch brisant.

» Für den Bereich des chronischen, nicht-tonalen Tinnitus, der meist in Form eines Rauschens wahrgenommen wird, existiert derzeit keine effiziente Therapieform, die sich zudem spezifisch auf die Klangqualität der Ohrgeräusche fokussiert.

Ziel des Projekts

» Entwicklung eines Behandlungskonzepts für Tinnitusrauschen, das spezifisch die Klangqualität der Ohrgeräusche berücksichtigt und damit direkt auf der Symptomebene ansetzt.

» Verbindung von HNO-medizinischen, kardiovaskulären, psychophysiologischen und musiktherapeutischen Inhalten zu einer „integrierten Versorgung aus einer Hand“.

» Strikte zeitliche Begrenzung auf eine Dauer von fünf Therapietagen.

» Überprüfung der Wirksamkeit des entwickelten musiktherapeutischen Behandlungskonzepts um spezifische Faktoren des „Rauschentinnitus“ zu eruieren.

Forschungsmethodik

» Erfolgreiche Durchführung einer Therapievergleichsstudie mit n = 23 Patienten (nicht- tonaler Tinnitus) und

   n = 24 Patienten (tonaler Tinnitus)

» Identischer Behandlungsumfang der zwei Stichproben: Musiktherapie in Form einer Kompakttherapiewoche (Dauer: eine Woche) mit neun Einzeltherapiesitzungen à 50 Minuten und zwei Gruppenveranstaltungen

» Ausführliche audiologische, internistische, psychologische und physiologische Untersuchungen nach den Leitlinien der ADANO (Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen und Neurootologen)

» Anwendung bildgebender Verfahren (fMRI) in Kombination mit einem Aufmerksamkeitsparadigma zur Therapieevaluation

Kooperierende Institutionen

Aktueller Stand und erste Ergebnisse

» klinisch signifikante Symptomreduktion bei über 90 % der untersuchten Probanden

» erhöhte Blutdruckwerte bei 43 % der Probanden

» Hinweise auf eine Korrelation von effektiver Regulation der Maximalwerte der Herzfrequenz und einer Reduktion der Belastung im Tinnitusfragebogen

» Hinweise auf Entgegensteuerungsmechanismen negativ bewerteter Reize (so genannter „Hass-Zirkel“) aufgrund neuroplastischer Veränderungen in Putamen und Insula (neuronale Strukturen der emotionalen Verarbeitung von Reizen)

Therapiemöglichkeit

Wenn Sie Interesse an einer Therapie haben, wenden Sie sich bitte an die

Tinnitusambulanz, Maaßstraße 32/1, 69123 Heidelberg,

Telefon: 0 62 21-79 63 101, Telefax: 0 62 21-73 99 989, E-Mail: tinnitusambulanz@dzm-heidelberg.de

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