Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung

(Viktor Dulger Institut) DZM e.V.
Durch Musik heilen - durch Forschung verstehen - eine gesunde Verbindung

MusiCI: Musiktherapie in der Frührehabilitation nach Cochlea Implantation- Auswirkungen auf das Sprachverstehen

Hintergrund

Die positiven Wirkungen der Musiktherapie nach dem Heidelberger Modell auf die allgemeine Hörwahrnehmung sowie insbesondere die Musikwahrnehmung konnten in vorangegangenen Studien beleget werden. Es existieren bisher jedoch kaum Erkenntnisse über die Wirkungen der Musiktherapie, in denen die sprachliche Ebene im Fokus steht.

Derzeit läuft eine von der Firma MED-EL Deutschland  finanzierte weiterführende Studie zur Überprüfung der Wirksamkeit von Musiktherapie auf das Sprachverständnis in der Frührehabilitation nach Cochlea-Implantation, d.h. während des ersten Jahres (Monate 0-12) nach der Erstanpassung des Sprachprozessors. 

Aktueller Stand

Aktuell werden noch Probanden für diese Studie gesucht. 

 

Weiterführende Informationen finden Sie in einem allgemeinen Flyer sowie einem Informationsblatt.

 

Eine aktuelle Pressemitteilung zum Thema finden Sie hier.

 

Die Studie wurde von der Ethikkommission der Universität Heidelberg positiv beschieden und ist im DRKS - Deutsches Register Klinischer Studien gelistet (DRKS-ID der Studie:  DRKS00013454).

 

Erste Ergebnisse werden für 2019 erwartet.

Ziele und Ablaufplan

In der Studie werden drei Untersuchungsgruppen verglichen. Die Zuordnung zu den insgesamt drei Untersuchungsgruppen findet nach Zufallsprinzip statt.

Alle Patienten erhalten die standardmäßige Versorgung nach dem Heidelberger Reha-Modell, welches regelmäßige CI-Anpassungen, Hörtraining, audiotherapeutische Beratung, Gruppentherapie und Arztvorstellungen vorsieht. 

Zusätzlich gibt es ein Angebot der Neuro-Musiktherapie - entweder mit einem sprachlichen (Gruppe A) oder einem allgemein audiotherapeutischen Schwerpunkt (Gruppe B). Patienten einer Kontrollgruppe (Gruppe C) erhalten im ersten Rehabilitationsjahr keine Musiktherapie.

Die Musiktherapie für die Studienpatienten der Gruppen A und B beginnt in der Regel etwa drei Monate nach der Erstanpassung des Sprachprozessors und umfasst 6 Musiktherapie- Einzelsitzungen zu je 50 Minuten. Die Musiktherapiesitzungen finden im Deutschen Zentrum für Musiktherapieforschung (DZM e.V.) in Heidelberg-Wieblingen statt. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Patienten der Gruppe C (Kontrollgruppe) haben die Möglichkeit, die Musiktherapie im zweiten Rehabilitationsjahr zu besuchen (entweder mit sprachlichem oder allgemein audiotherapeutischem Schwerpunkt, entsprechend den individuellen Bedürfnissen).

Neben den Therapieleistungen umfasst die Studie noch drei standardisierte diagnostische Untersuchungen im ersten Rehabilitationsjahr (drei, sechs und zwölf Monate nach der Cochlea-Implantation). 

Inhaltlich werden zu allen drei Messzeitpunkten sprachliche, audiometrische, psychologische und musikalische Daten erhoben. Der zeitliche Mehraufwand für die studienspezifischen Messungen beträgt ca. 90 Minuten pro Messzeitpunkt. 

Einschlusskriterien

  • Postlinguale Ertaubung
  • Muttersprache Deutsch
  • Einseitige CI-Versorgung mit einem gängigen Cochlea Implantat, unabhängig vom Hersteller
  • deutliche Höreinschränkung auf dem kontralateralen Ohr (keine Normakusis!),
  • Alter ≥ 18 Jahre
  • CI-Versorgung, Erstanpassung des Sprachprozessors und Frührehabilitation durch die Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg

Ausschlusskriterien

  • prälingual erworbene oder angeborene Taubheit
  • bilaterale CI-Versorgung
  • Klinische Diagnose einer schwerwiegenden psychischen, psychiatrischen oder neurologischen Erkrankung (z.B. Psychose, Epilepsie, Parkinson, Demenz, Drogensucht, Alkoholabhängigkeit)
  • Zustand nach Schädel-Hirn-Trauma oder schwerer Ischämie (Schlaganfall, Herzinfarkt)
  • psychotrope Medikation, die nicht vor der Studie abgesetzt werden kann 
  • Unfähigkeit, Deutsch zu verstehen, zu lesen und zu sprechen
  • Unfähigkeit zur schriftlichen Einverständniserklärung.